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Grundsatz und Ziele der Hermann Hauser Guitar Foundation

Die Stiftung

Stiftungszweck der Hermann Hauser Guitar Foundation ist es, die klassische bzw. akustische Gitarrenmusik auf undogmatische Weise zu fördern. Ein besonderes Anliegen ist die Nachwuchsförderung und die Realisierung eines weltweiten Studenten- und Dozentenaustausch. Insbesondere die Unterstützung von Schulen auf dem afrikanischen Kontinent ist ein wichtiges Anliegen. Diese Stiftung ist die erste in Europa, die sich explizit der akustischen Gitarrenmusik widmet. Der Name der Stiftung bildet das historische Fundament, es ist der Name der weltweit bekannten Gitarrenbaudynastie Hauser. Die positive Resonanz auf diese Initiative ist sehr beeindruckend. Nahezu wöchentlich kommen Weltstars der klassischen Gitarre zum Kuratorium hinzu. Das Management der Stiftung bündelt Kräfte und Ideen der zahlreichen Mitglieder und stellt das entsprechende „Networking“ weltweit zur Verfügung.

1. Hintergründe

Die Gitarre ist das populärste Instrument. Sie findet ihre Verwendung in nahezu allen musikalischen Stilrichtungen. Für die akustische Gitarre, insbesondere die klassische Gitarre, besteht Nachholbedarf bzgl. ihrer Akzeptanz bei einem breiten, künstlerisch interessierten Publikum. Die Aufführungs- und Präsentationsmethoden akustischer Musik - und damit ist keineswegs nur klassische Musik gemeint – laufen insgesamt Gefahr ins Abseits zu geraten.

Viele Konzerte und Veranstaltungen werden dem Potenzial und klanglichen Möglichkeiten der akustischen Gitarre nicht gerecht. Das liegt häufig an allen Beteiligten – Künstlern, Veranstaltern, Managern, Technikern etc. - selbst. Die Klassikbranche besteht weitgehend aus Konventionen und Anachronismen, welche einer Weiterentwicklung der Gitarristik entgegenstehen.

Künstlerisch anspruchsvolle Musik sollte mutig und unkonventionell dargeboten werden.
Oft besteht Einigung darin, es gäbe kein breites Publikum für die klassische Gitarre bzw. für akustische Musik. Die Mitglieder der Hermann Hauser Guitar Foundation sehen dies anders und das ist auch ein wesentlicher Grund, weshalb sich Künstler weltweit und mit großer Begeisterung zur Mitarbeit im Rahmen der Foundation bereit erklären.

Natürlich ist es leichter sich darauf zu verständigen, immer nur das zu produzieren, was die Marktforscher und multinationalen Musikkonzerne vorgeben. Dann kann man behaupten, diese Musik wird gekauft bzw. konsumiert, deshalb ist sie gut. Diese zynische Haltung zieht sich durch alle Gesellschaftsschichten, Politik und Wirtschaft. Wenn wir unsere aktuelle Problemlage in der Welt ansehen, finden wir permanent Nachweise dafür, dass dieses „Zynismusmodell“ an seine Wachstumsgrenze gestoßen ist.

2. Die Handlungsgrundsätze der Hermann Hauser Guitar Foundation

Wir Menschen bringen etwas in die richtige Richtung, indem wir uns stets überlegen, was wir eigentlich wollen, was wir tatsächlich bewegen und was wir als Individuen zum Ganzen beitragen können. Die Arbeit der Stiftung kann vieles ändern, indem positive Kräfte gebündelt werden und an einer gemeinsamen Sache gearbeitet wird. Wir bilden eine internationale Community, die ihre Wirkung nicht verfehlen kann.

Bei jeder Initiative gibt es immer ein wenn und aber! Das Anliegen der Hermann Hauser Guitar Foundation ist die Förderung der Gitarrenmusik. Die Mitglieder haben kein übergeordnetes Sendungsbewusstsein, sondern sie laden dazu ein mitzumachen und jeder wird dabei in hohem Maße partizipieren können.

Europa befindet sich, wie andere Industrieregionen der Erde auch, in einer Krisenstimmung. Wir leben auf hohem Wohlstandsniveau, der Luxus könnte in manchen Kreisen kaum größer sein. Die wirtschaftlichen Probleme und die daraus resultierenden Entwicklungen sind bekannt. Die erheblich negativen Auswirkungen einer bedenklichen Wirtschaftsentwicklung und die Versäumnisse in der Bildungs- und Gesellschaftspolitik sind sehr bedauerlich und zum größten Teil völlig überflüssig, da es sich um hausgemachte Missstände handelt. Problembewusstsein begründet den Optimismus der Mitglieder der Hermann Hauser Guitar Foundation. Wenn die Besten zusammenarbeiten, werden wichtige Impulse von ihren Projekten ausgehen, um so den Menschen Zuversicht zu schenken.

Krisen sind als Chance wahrzunehmen. Die aktuellen Entwicklungen zeigen auch, wie sehr wir aufeinander angewiesen sind. Viele Menschen sind verunsichert, Globalisierung gilt oft als Bedrohung. Dabei ist es erfreulich, dass wir neu entdecken, nicht alleine auf der Welt zu sein.

Die Stiftung hat ihren Stammsitz in München. Hermann Hauser I war einst aktives Mitglied in der „Gitarristischen Vereinigung“ in München. Diese Organisation stellte schon 1920 ein beachtliches „Netzwerk“ im Bereich der Gitarristik dar. Gitarrenvirtuosen aus ganz Europa trafen sich in München und brachten ihre kulturellen Gaben mit.

Hermann Hauser I widmete sich intensiv dem Dialog mit Künstlern wie z.B. Andres Segovia und Miguel Llobet, schloss Freundschaft mit ihnen, setzte ihre Ideen und Wünsche im praktischen Gitarrenbau um. Dies führte dazu, dass hervorragende Instrumente entstanden, die wesentlicher Bestandteil von Weltkarrieren im Bereich der klassischen Gitarrenmusik wurden. Der dialogorientierte Entwicklungsprozess für ein ausgereiftes Modell konnte mehr als 10 Jahre beanspruchen, weshalb Hausergitarren noch heute, weltweit, als Maßstab im Gitarrenbau gelten. Hermann Hauser I zeichnet für einen bis dahin nicht gekannten Standard im Gitarrenbau verantwortlich. Seine entwicklerischen Fähigkeiten sind in Form von Patentschriften belegbar.

Hermann Hauser III sieht sich den Tugenden seiner Vorfahren in hohem Maße verpflichtet. Das intensive Gespräch mit Künstlern ist auch für ihn wesentlicher Bestandteil seiner Instrumentenentwicklung. Er hat für viele Künstler, die bereits von seinen Vorfahren bedient wurden, eigene Modelle entwickelt. Zahlreiche neue „Kunden“ kamen hinzu. Es zeichnet ihn in besonderem Maße aus und es beweist eindrucksvoll seine leidenschaftliche Beziehung zur Gitarre, dass er gemeinsam mit Klaus Wolfgang Wildner eine Stiftung ins Leben ruft, sich so z.B. im Bereich der Nachwuchsförderung engagiert.

Die Förderung der internationalen und interdisziplinären Zusammenarbeit ist die wichtigste Aufgabe der Foundation. Im Kuratorium sitzen nicht nur Gitarristen, sondern auch Filmemacher, Medienkünstler, Hochschullehrer, Unternehmer, Techniker und Handwerker.
Ein wichtiges Anliegen der Stiftung ist es auch, dass andere Gitarrenbaumeister in die Aktivitäten und Projekte miteinbezogen werden.

3. Die Finanzierung der Stiftung

Wie jede Stiftung, finanziert sich die Hermann Hauser Guitar Foundation aus dem Grundkapital, Zustiftungen und Spenden. Das Grundkapital kommt in der Anfangsphase
von Hermann Hauser III und Klaus Wolfgang Wildner, also von den Gründern der Stiftung. Zustiftungen kann jeder beliebige Privatmann, aber auch jedes Unternehmen leisten. Künstler können z.B. Gagen anteilig in Zustiftungen umwandeln, bzw. Projekte und Konzerte zu Gunsten der Foundation organisieren. Unternehmen können die Foundation im Rahmen ihrer Sponsoringaktivitäten unterstützen.

4. Die Gründer der Stiftung

Hermann Hauser III ist der international bekannte Gitarrenbaumeister. Klaus Wolfgang Wildner ist Architekt, Unternehmer und Gitarrist aus München. Seine Erfahrungen in den Bereichen Management, Media Business und Personalorganisation sichern somit den Betrieb der Foundation.

Die Gespräche zwischen Hauser und Wildner führten nicht nur zur Gründung der Stiftung, sondern ihr Dialog brachte auch in der Instrumentenentwicklung interessante Ergebnisse.
Bei ihrer ersten Begegnung stellte Klaus Wolfgang Wildner, Hermann Hauser eine alte, sehr defekte Quintbassgitarre vor. Dieses Instrument wurde 1922 von Hermann Hauser I gebaut. Vermutlich gibt es weltweit nur drei dieser Instrumente. Beiden wurde sehr schnell klar, dass sie etwas Außergewöhnliches entdeckt haben und dieses wunderbare Instrument sozusagen vor dem Aussterben bewahren können. Hermann Hauser III restaurierte dieses Instrument in Perfektion. Die Innovation besteht darin, dass die voll einsetzbare Quintbassgitarre nunmehr in die Hände diverser Gitarrenvirtuosen gelangt – „Umschlagplatz Stiftung“. Die Begeisterung für das Instrument ist überwältigend.

Hermann Hauser Guitar Foundation
Hermann Hauser III und Klaus Wolfgang Wildner

Link:
HHGF Grundsatz [pdf 75 KB]


27.04.2005