| Erhalt
angeborener Fähigkeiten fördert Kreativität und Frieden
von Peggy Seehafer, Anthropologin
Babies haben noch das absolute Gehör
Das absolute Gehör ist allen Menschen angeboren und nicht nur eine
wenigen Menschen vorbehaltene Begabung. Diese schon länger gehegte
Vermutung belegt eine Untersuchung von Jenny Saffran von der Universität
Wisconsin-Madison aus 2001. In ihrer Arbeit konnte sie nachweisen, dass
alle Babies den gleichen feinen Akustiksinn besitzen. Im Gegensatz zu
Erwachsenen, die sich eher die relativen Tonhöhen einprägten,
konnten sich die Babys die absoluten Tonhöhen der von ihr komponierten
Tonfolgen merken. Das absolute Gehör wird auch als Tonhöhengedächtnis
bezeichnet.
Wird diese angeborene Fähigkeit nicht genutzt,
z. B. durch frühzeitiges Erlernen eines Instruments, geht sie verloren.
Kinder die bis zum Alter von 3 Jahren ein Instrument spielen lernen, haben
sehr viel häufiger ein absolutes Gehör.
Viele begabte Musiker wie z.B. Mozart haben ihr absolutes Gehör behalten.
Sie wurden aber alle auch frühzeitig an Musik herangeführt.
Gehörtraining erleichtert Lernen
Musiker mit einem absoluten Gehör können meist auch auf Instrumenten
spielen, die sie vorher gar nicht gelernt haben. Es kann von Vorteil sein,
ein absolutes Gehör zu haben, z. B. beim Einüben von neuen Musikstücken.
Sie verinnerlichen beim Hören bereits die Tonhöhen und spielen
die Melodien anschließend mit ihrem Gehör nach. Das bedeutet,
das absolute Gehör beinhaltet auch die besondere Fähigkeit diese
Tonhöhen im Gedächtnis zu behalten und bei Bedarf abzurufen.
Ein Nachteil des absoluten Gehörs ist die schmerzhafte Wahrnehmung
jedes falsch gespielten Tons.
Musik fördert soziale Kompetenz
Die Beschäftigung mit Musik schärft auch alle anderen Sinne.
Das Musizieren besitzt eine Schlüsselfunktion für verschiedenste
Intelligenzleistungen. Verstärkter Musikunterricht führt nachweislich
u.a. zu einer Steigerung des IQ, zu einer Kompensation von Konzentrationsschwächen,
zur Stärkung der Kreativität und zu einer signifikanten Verbesserung
der sozialen Kompetenz.
Literatur Tipp:
Hans Günther Bastian: Musik(erziehung) und ihre Wirkung
Eine Langzeitstudie an Berliner Grundschulen
Schott Musikpädagogik
http://www.anthropologen-kontor.com
23.03.2005
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