| http://www.guitarfoundation-online.com |
Zur
Namensgebung der "Hermann Hauser Guitar Foundation" Die Hermann Hauser Guitar Foundation trägt
den Namen eines der bedeutendsten Gitarrenbauer überhaupt. Das ist
nicht nur erfreulich, sondern auch sinnvoll. Zwar könnte sie auch
nach Andrè Segovia oder Julian Bream, das heißt, nach einem
großen Gitarristen benannt sein, doch es gibt bessere Gründe
gerade für diese Namenswahl. Vorweg: zu unterstellen, daß einer
der Gründer der Foundation, der Enkel und Gitarrenbauer gleichen
Namens, sich hier selbst ein Denkmal schaffen wolle, wäre ein Zeugnis
von Ignoranz. Der Name Hermann Hauser kann vielmehr als ein vollgültiges
Symbol für die Achtsamkeit, Sorgfalt und Liebe gelten, mit der Hauser
I sich der Gitarre gewidmet hat - und damit auch als ein Symbol für
das, was uns alle in den Bann dieses wunderbaren Instruments zieht, dem
hier mit der Stiftung ein Gewächshaus gebaut wird. Und das ist sehr
notwendig: Der Bedarf an Information, Austausch und Lehre ist enorm, auch,
was das Instrument selbst betrifft. Die klassische Gitarre findet weltweit
immer mehr Liebhaber und während es immer mehr hervorragende Gitarrenlehrer
gibt, bleibt ein tieferes Verständnis der Gitarre selbst den meisten
verborgen. Die klassische Gitarre ist eines der komplexesten Saiteninstrumente
und wirklich exzellente Gitarren sind immer noch etwas sehr Seltenes.
Deshalb wird es nicht schaden, die Arbeit des Gitarrenbauers zu würdigen
und ein wenig mehr ins Licht zu rücken. So ist der Name Hauser auch
ein Symbol für die Verbundenheit von Zweck und Mittel, die Zusammenarbeit
von Musiker und Instrumentenbauer. Llobet und Hauser, Segovia und Ramirez,
Segovia und Hauser I, Behrend und Weißgerber, stets war es eine
Zusammenarbeit der besten Gitarristen mit den besten Gitarrenbauern, die
die besten Instrumente entstehen ließen, und ich wage zu behaupten,
auch die beste Gitarrenmusik. So dürfen wir hoffen, daß die
Foundation – sicher ganz im Sinne ihres Namensgebers – ein
Forum auch für den Bau und die Entwicklung der Gitarre werden wird.
Bei anderen Instrumenten selbstverständlich, fehlen unter Gitarrenbauern
bislang wissenschaftliche Standards bei der Diskussion von technischen
und akustischen Fragen des Gitarrenbaus, obwohl die Akustikforschung gerade
im letzten Jahrzehnt große Fortschritte gemacht hat. Ob diese Forschung
hilft, bessere Gitarren zu bauen, mag dahingestellt sein; ganz sicher
aber erweitert sie das Verständnis des Instruments und hilft es zu
vermitteln und bei der Vielzahl von Neuentwicklungen die Spreu vom Weizen
zu trennen. 23.02.2005 |